Alles begann Ende 1996. Nach der Jahreshauptversammlung unseres Dachverbandes, dem VEC, stellen wir fest, das es 1997 zum traditionellen Pfingsttermin kein internationales Treffen geben wird, weil sich kein Club gefunden hatte, der eines ausrichten wollte. Also entschlossen wir uns, zumindest ein regionales Treffen zu veranstalten. Doch während der Planung entwickelte sich alles mehr und mehr in Richtung internationalem Treffen.
Also bestellten wir das Festzelt eine Nummer größer und planten alles weitere für ca. 500 Fahrzeuge und max. 1500 Personen. Im Laufe der Planungen stellte sich dann heraus, das Behörden einem so manchen Stein in den Weg legen können. So wurde uns zum Beispiel die geplante Orientierungsfahrt untersagt - aus welchen Gründen auch immer.
Trotzdem ließen wir uns von solchen Nichtigkeiten kaum beirren und so kam Pfingsten immer näher. Nach den ganzen Vorbereitungen, die man noch im heimischen Wohnzimmer erledigen konnte, begannen dann am Mittwoch vor dem Treffen die ersten Vorbereitungen auf dem Festplatz. Und wir sollten nicht schlecht staunen, stand doch am Mittw
och vormittag schon der erste Fahrer auf dem Festplatz.
Naja, was soll´s, jede helfende Hand war uns willkommen. Und so nahm der Festplatz so langsam Gestalt an. Die Stellplätze wurden abgesteckt, die Auffahrt auf die Wiese geglättet und ein Trupp von mind. 15 Arbeitern baute das Festzelt auf. Doch, alles schien Prima zu laufen. Bis, tja, bis auf einmal unser Lieferant für die sanitären Anlagen auftauchte.
Kurzer Hintergrund: Eigentlich hatten wir geplant, 2 große Sanitärcontainer eines Hamburger Anbieters zu nehmen, die den Vorteil hatten, zum einen schön groß zu sein und mangels Möglichkeit, die Abwässer in die Kanalisation ableiten zu können, jeweils einen 10.000 Liter Auffangbehälter besaßen. Doch leider konnte man uns für das Wochenende nur noch einen Container liefern. Das erschien uns zu wenig, angesichts der vielen Voranmeldung. Also hatten wir uns nach einer Alternative umgeschaut und waren bei einem Anbieter in der Nähe von Lübeck fündig geworden. Wir informierten den Lieferanten über die zu erwartenden Menschenmassen worauf uns dieser zusicherte, das dies kein Problem sei. Also orderten wir 2 Sanitärwagen in der "Luxus" Ausstattung incl. Auffangbehälter.
Tja, und da stand nun der Fahrer mit seinem LKW und den beiden Sanitär-Wagen. Es waren zwei umgebaute Bauwagen - was ja auch noch in Ordnung gewesen wäre. Doch die Auffangbehälter waren ein einziger Witz; zwei aufgeschnittene Metall-Heizöl Tanks mit jeweils einem Volumen von 1.000 Litern. Das hätte bedeutet, das die Dinger innerhalb kürzester Zeit voll gewesen wären und überlaufen würden. Doch was sollte man nun machen? Während unser 1.Vorsitzender ein lautstarkes Telefongespräch mit dem Chef der Firma führte, baute der Fahrer die Dinger ersteinmal auf. Doch diese Situation war einfach nicht akzeptabel.
Uns fiel wieder der Hamburger Anbieter mit seinen Sanitär-Containern ein. Ein kurzer Anruf, unsere mißliche Lage erläutert und -Gott habe ihn seelig- tudelte noch am Freitag Nachmittag zumindest 1 Sanitärcontainer mit 10.000 Liter Auffang bei uns auf dem Platz ein. Ergänzt wurde dieser noch von einigen Dixi-Klohäuschen und so konnten wir einigermaßen zufrieden sein.
Der Rest des Aufbaus verlief dann doch noch recht reibungslos, sodass am Freitag die Anreisewelle beginnen konnte.
Der Freitag: In ganz Deutschland ist es an diesem Freitag am regnen. In ganz Deutschland? Nein, in Niedersachsen gab es einen kleinen Ort Namens "Wendisch Evern" in dem man das Gefühl hatte, das die Sonne das, was Sie anderen Orts an Energie nicht brauchte, geballt über unseren Köpfen nieder ließ. Und so dauerte es auch nicht lange, bis die ersten Fahrzeugkolonnen in diesem kleinen Ort eintrafen.
Und so ließen wir am Freitag mittag die Sache ruhig und gemütlich auf uns zukommen. Tja, ruhig und gemütlich... Damit war dann am Freitag nachmittag irgendwann Schluß. Auf einmal konnten wir uns vor eintreffenden Fords nicht mehr retten. Es reihte sich Stoßstange an Stoßstange und die 3-4 Mitglieder unseres Vereins, die die eintreffenden Ford-Fahrer in Empfang nehmen sollten, wußten nicht mehr, wo Ihnen der Kopf steht. Die Schlange nahm einfach keine Ende. Wir hatten uns ja eigentlich vorgenommen, jeden eintreffenden Fahrer vernünftig über unseren PC zu erfassen, um so leichter eine Auswertung machen zu können. Diesen Wunsch mußten wir dann vorerst begraben, weil wir mit dem Eingeben der Daten nicht mehr hinterher kamen. Also wurden die Daten nur noch kurz auf dem Anmeldebogen erfasst und dann der Ford-Fahrer zur Party entlassen.
Wie der Freitag endete, so begann dann auch der Samstag. Ein Fahrzeug reihte sich an das Andere, sodaß wir dann gegen Samstag Mittag die Grenze von 500 Fords auf dem Platz überschritten. Mit solch einer Teilnahme hatten wir nun wirklich nicht gerechnet. Am Samstag Nachmittag ging es dann auch endlich mit unserem Programm los. Neben den Club-Spielen wurden die Fahrzeuge auf dem Platz von den angereisten Ford-Fahrern bewertet. Für das Sound-Off ließen wir allerdings Profis mit den Entsprechenden Meßgeräten an die Autos. Aufgrund den fantastischen Wetters herrschte am gesamten Samstag reges Treiben auf dem Platz. Die Händler feilschten mit den Tuning-Hungrigen Ford-Fahrern und überall auf dem Platz war eine Bombenstimmung. Am Abend ging es dann im Festzelt los. Wir fingen um 20:00 Uhr mit der Club-Vorstellung an. Aufgrund der vielen angereisten Clubs stellte sich aber bald heraus, das wir das ganze ein wenig beschleunigen mussten, das ansonsten kein Ende in Sicht war. Und schließlich wollten wir ja auch noch Party machen. Also brachten wir die Club-Vorstellung schnell zu Ende um dann mit der Party und der eigens dafür angeheuerten Live-Band los zu legen. Leider erwies sich die Live-Band ziemlich schnell als Party-Bremse. Wir mußten zuschauen, wie die Leute reihenweise aus dem Zelt flüchteten. Nach ca. 1 Stunde brachen wir dann mit der Live-Band ab und griffen zu alt bewährtem - Partymukke Live aufgelegt von unserem Club-DJ. So konnten wir den Abend doch noch retten. Bis weit in die Nacht ging die Party, die wegen der schönen Pfingstnacht kurzerhand nach draußen verlegt wurde. Wir bauten die Lautsprechen außerhalb des Zeltes auf und feierten so bis früh in den Morgen auf der Wiese.
Als am Sonntag morgen die letzten Partygäste dann endlich ins Zelt krochen, kamen die ersten schon wieder aus Ihrem Zelt raus. Tja, 24h nonstop was los auf dem Platz. Auch wenn so manches Gesicht, was da aus den Zelten gekrochen kam, nicht unbedingt frisch aussah. Aber schließlich soll so ein Treffen ja auch keine Erholung sein.
Im Laufe des Sonntag kamen dann tatsächlich noch weitere Teilnehmer. Irgendwann am Sonntag Nachmittag hatten wir dann unser Spitzenergebnis von sage und schreibe 750 Fords auf dem Platz erreicht. Neuer Rekord! Wir hatten zu dem Zeitpunkt das größte Treffen, das es bislang in der Ford-Scene gab, auf die Beine gestellt. Dieser Umstand entschädigte dann für alle Strapazen, Stress und Ärger, den man vor, während und nach dem Treffen hatte und haben sollte. Und so ging dann am Montag vormittag unser 1. Internationales Ford-Treffen in Wendisch Evern mit der Abreise der Club zu Ende. Wie wir dann im Nachherein erfahren haben, war unser Treffen ein voller Erfolg. Viele Clubs bedankten sich bei uns und fragten gleich nach einer Fortsetzung. Ob und wann wir wieder ein Treffen auf die Beine stellen, steht noch in den Sternen. Aber wer weiß - im Jahr 2005 feiert der Ford-Club Lüneburg sein 10 jähriges Bestehen - wenn das kein Grund zum feiern ist...

Wir möchten uns hier nochmal ganz herzlich bei allen angereisten Clubs für dieses tolle Treffen bedanken. Ohne Euch wäre das ganze nie zu solch einem Erfolg geworden.

Euer Ford-Club Lüneburg e.V.



Zeitungsbericht über unser Treffen



weitere Bilder vom Treffen